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Die Illusion des sicheren Zinses
Wer die Entwicklung von Anleihen und Anleihefonds der letzten Jahre einfach in die Zukunft fortschreibt, könnte böse überrascht werden.
News vom: 14.06.2013

Wenn die meisten Menschen vom „Kapitalmarkt“ sprechen, dann sprechen sie in der Regel lediglich vom Aktienmarkt. Der Anleihe- bzw. Rentenmarkt ist nur bei wenigen Anlegern überhaupt auf dem Schirm. Dabei ist der Anleihemarkt erstens um einiges größer als der Aktienmarkt, und zweitens befindet sich der Anleihemarkt in den etablierten Märkten (Europa und USA) in einer noch nie dagewesenen Situation. Die Rede ist vom Zinsniveau.

Das Zinsniveau ist derzeit auf dem niedrigsten Stand, den es je gab. Die Umlaufrendite in Deutschland - die Rendite aller im Umlauf befindlichen, inländischen festverzinslichen Wertpapiere erster Bonität, also vor allem Staatsanleihen - lag Ende April bei rund 1%. Die letzten 30 Jahre waren in Europa und den USA größtenteils von sinkenden Zinsen geprägt. Auch vor diesem Hintergrund befinden wir uns in einer Situation, in der den meisten Anlegern, Analysten und sonstigen Marktteilnehmern die Erfahrungswerte fehlen.

In seiner aktuellen Studie „Die Zinsfalle – Risiken im Niedrigzinsumfeld“ beleuchtet die Sauren Research AG dieses aktuelle Umfeld genauer.
Neben dem sowieso niedrigen Nominalzins, gibt es auch beim Realzins seit Ende 2011 eine neue Situation. Der Realzins ist die Differenz zwischen dem aktuell zu erzielenden Marktzins und der Inflationsrate. Ist der Realzins positiv, so bedeutet dies, daß der Anleger auch unter Berücksichtigung der allgemeinen Kaufpreissteigerungen einen realen Zuwachs an Kaufkraft durch den Zins erhält. Er kann sich von dem Mehr an Geld also auch mehr an Waren kaufen. Bei einem negativen Realzins verliert der Anleger an Kaufkraft. Das bedeutet anders ausgedrückt, daß sich ein Anleger, obwohl sein Konto- oder Depotstand gestiegen ist, mit dem Kapital weniger an Waren kaufen kann. Er hat real an Kaufkraft verloren. Der Anleger verliert also Geld, ohne dies in Zahlen auf seinem Konto oder Depot allein zu erkennen, denn der Kontostand ist ja gestiegen!

Das aktuelle Zinsniveau trifft nicht nur den normalen Sparer, sondern vor allem große institutionelle Anleger, die ihr Portfolio nur innerhalb fester Vorgaben verändern dürfen. Hierbei seien ganz besonders Versicherungen und Versorgungseinrichtungen wie Pensionskassen genannt. Anleihen, insbesondere solche mit hoher Bonität, spielen in deren Anlageportfolio eine dominante Rolle.

Die Zinssituation ist also insbesondere für defensiv ausgerichtete Anleger schwierig. Darüber hinaus geraten Anleger bei ansteigendem Zinsniveau in Gefahr durch fallende Kurse empfindliche Verluste zu erleiden. Dieser Sachverhalt scheint vielen Anlegern ebenfalls nicht klar zu sein.
Wir möchten an dieser Stellen aus der Sauren Research Studie zitieren:

„Phasen ansteigender Kapitalmarktzinsen gab es auch in der Vergangenheit. Diese führten zu temporären deutlichen Kursverlusten bei festverzinslichen Anleihen.

So stieg im Zeitraum von März 1978 bis August 1981 in Deutschland die Umlaufrendite von knapp über 5% auf knapp über 11% an, was zu deutlichen Kursverlusten bei Bundesanleihen und zu einem Rückgang des REX Kursindex um fast 22 Prozent führte. Aufgrund des relativ hohen Zinsniveaus wurde der Wertverlust durch die in den dreieinhalb Jahren vereinnahmten Zinsen vollständig ausgeglichen, weshalb der REX Performanceindex in dem Zeitraum dennoch einen leichten Wertzuwachs von 0,8 Prozent verzeichnete.

Heute ist die Ausgangslage jedoch eine andere. Ein Renteninvestor sollte sich bewusst sein, dass ein Zinsniveau von einem Prozent keinen ausreichenden Puffer mehr darstellt, um Kursverluste bei festverzinslichen Wertpapieren im Fall eines nachhaltigen Anstiegs des Kapitalmarktzinsniveaus auch nur annährend auszugleichen.“ (Sauren Research: „Die Zinsfalle – Risiken im Niedrigzinsumfeld“)

Wir können jedem Anleger nur ans Herz legen sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Interessenten können die Sauren Research Studie gerne kostenfrei bei uns anfordern. Verwenden Sie hierzu unser Kontaktformular mit dem Betreff "Sauren Zinsstudie".




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