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Island sagt nein.
In der Volksabstimmung zur Entschädigung englischer und dänischer Anleger haben die Bürger Islands die Handbremse gezogen.
News vom: 08.03.2010

Am vergangenen Wochenende durften die isländischen Bürger per Volksentscheid über ein Gesetz abstimmen - zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit Islands von Dänemark im Jahr 1944. Mit rund 95%-iger Mehrheit haben die 320.000 Isländer sich gegen ein Ende 2009 verabschiedetes Gesetz ausgesprochen.


Worum ging es?

Nach dem Zusammenbruch der isländischen Internetbank Icesave galt es die Anleger zu entschädigen. Allein in Großbritannien und in den Niederlanden hatte Icesave per Oktober 2008 rund 400.000 Kunden, also mehr als Island Einwohner. Um die Wähler zu beruhigen, haben die Regierungen in London und Den Haag den Anlegern großzügig und schnell ihre Einlagen ausgezahlt. Seitdem fordern sie von Island das Geld zurück.
Das Ende vergangenen Jahres vom Parlament beschlossene Gesetz sah nun vor, die insgesamt 3,8 Mrd. Euro schrittweise bis zum Jahr 2024 mit einer Verzinsung von 5,5% zurückzuzahlen.

Die 3,8 Mrd. Euro bedeuten für Island eine riesige Summe. Sie entspricht etwa 40% des Bruttoinlandsproduktes Islands. Für Deutschland würden wir im Vergleich dazu von 1.250 Mrd. Euro sprechen. Aufgrund der gewaltigen Summe legte der isländische Präsident sein Veto gegen das Gesetz ein, und es kam zum Volksentscheid.

In den Medien in Deutschland wurde vor allem der Fall der Kaupthing Bank bekannt. Bei dieser hatten 30.000 deutsche Sparer ihr Geld angelegt. Diese haben bislang zumindest Ihre Einlagen zurückbezahlt bekommen. Allerdings ist nicht geklärt, ob die kumulierten Zinsen ausbezahlt werden.


Hallo EU!

Das Nein der Isländer könnte nach Einschätzung von Experten Hilfsgelder des Internationalen Währungsfonds (IWF) blockieren und die Beitrittsverhandlungen mit der EU erschweren. Das ehemals reiche Island war von der Finanzkrise besonders hart getroffen worden. Ein Staatsbankrott wurde nur durch einen Milliardenkredit des IWF und der skandinavischen Länder verhindert.

Interessant: vor einer guten Woche hat die EU das Beitrittsverfahren für Island eröffnet.

Die Situation in Island mag von den Summen her im internationalen Vergleich als vernachlässigbar betrachtet werden. Allerdings sehen wir aktuell an den Ländern Irland, Spanien, Portugal und ganz besonders Griechenland, daß auch der Staatsbankrott eines größeren Landes nicht mehr als undenkbar gilt - mit entsprechenden Folgen.

Die Finanzkrise hat nicht nur die Welt, sondern auch die Sicht auf wirtschaftliche Fakten verändert. Kapitalanleger sollten bedenken, daß sich Risikoeinschätzungen aus der Vergangenheit nicht einfach in die Zukunft extrapolieren lassen. Eine sinnvolle und breite Diversifizierung ist wichtiger geworden als jemals zuvor.



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