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Managerinterview mit Johannes Hirsch
Wir haben uns mit Johannes Hirsch, dem Kopf hinter antea unterhalten.
News vom: 05.04.2011

Johannes Hirsch ist verantwortlicher Kopf bei antea. Wir haben uns mit dem Hamburger über seinen antea-Fonds (WKN: A0DPZJ, ISIN: DE000A0DPZJ8) unterhalten und daß gesunder Menschenverstand nicht überall selbstverständlich ist.




Hedgeconcept.de: Guten Tag Herr Hirsch, zu Anfang bitten wir Sie um ein paar Worte zu antea. Wer steckt dahinter?

Johannes Hirsch: Wir sind ein Family Office mit Sitz in Hamburg und betreuen seit Jahren sehr vermögende Privatkunden als Generalist. Das bedeutet, die Kunden haben Ihre Spezialisten wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Wertpapierberater oder Hausverwalter. Wir betrachten die Dinge aus dem Blickwinkel unserer Mandanten und koordinieren die Spezialisten in deren Sinne. Wir sind insgesamt fünf Mitarbeiter, inklusive Herrn Herzig, der seit Dezember 2010 für die Vermarktung des antea-Fonds verantwortlich ist.


Hedgeconcept.de: Und der antea-Fonds?

Johannes Hirsch: Nichts anderes tun wir im antea-Fonds. Wir haben eine Asset Allocation strukturiert und dafür geeignete Vermögensverwalter ausgesucht und auch gefunden.


Hedgeconcept.de: Gab es ein bestimmtes Moment für die Idee, das Management des antea-Fonds an der Philosophie des Stiftungsportfolios der Yale Universität auszurichten?

Johannes Hirsch: Nein, das machen wir bislang auch hier in den Mandaten so. Ich bin ein großer Freund dieser Strategie und der sehr breiten Streuung. Das erste Minusjahr des Yale-Portfolios in 2008 war aus meiner Sicht im Nachhinein ganz gut, um dem Ganzen den „Guru-Status“ zu nehmen. Das war schon eine gewisse Euphorie, die Angst machte. Wir haben gesehen, daß eben niemand Wunder vollbringen kann. Und dennoch war und ist die Arbeit dort ganz hervorragend.


Hedgeconcept.de: Was ist das Besondere dieser Strategie?

Johannes Hirsch: Die grundsätzliche Strategie ist es, viele Assetklassen zu kombinieren, die jede für sich genommen das Chance-Risiko-Profil von Aktien hat. Diese Assetklassen korrelieren allerdings möglichst gering untereinander. Verlustphasen gibt es natürlich in allen Klassen, aber eben zu unterschiedlichen Zeiten. Somit schwankt das Gesamtportfolio weniger stark.


Hedgeconcept.de: Wo weicht der antea-Fonds vom Yale-Portfolio ab?

Johannes Hirsch: Der antea-Fonds ist juristisch ein sogenanntes Sonstiges Sondervermögen. Wir haben hiermit die Möglichkeit, bis zu 20% in nicht-börsennotierte Assets zu investieren. Im Yale Portfolio beträgt die Quote nicht-börsennotierter Anlagen über 50%. Wir müssen also hierfür geeignete Lösungen finden. Der Punkt der Liquidität ist eben auch seit der Finanzkrise ein nicht zu unterschätzender.


Hedgeconcept.de: Das Yale-Portfolio hat im 2. Halbjahr 2008 gut 26% verloren: was tun sie, dass dies im antea-Fonds nicht passiert?

Johannes Hirsch: Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Im Gegensatz zu Yale halten wir im Fonds die Vermögensaufteilung allerdings nicht stringent durch, sondern unsere Vermögensverwalter dürfen „bei Gefahr im Verzug“ bis zu 100% in Cash gehen. Das macht Yale nicht.


Hedgeconcept.de: Also macht – vereinfacht gesprochen – Yale buy-and-hold und Sie verfolgen darüber hinaus einen vermögensverwaltenden Ansatz in Ergänzung?

Johannes Hirsch: Ja, so kann man das sagen.


Hedgeconcept.de: Das Management der Assetklassen machen Jens Erhard, Bert Flossbach und Hendrik Leber. Was ist Ihre Aufgabe?

Johannes Hirsch: Wir waren und sind zunächst einmal für die Auswahl der Manager verantwortlich. Anschließend  verteilen wir die Anlageklassen entsprechend der von uns selektierten Fähigkeiten auf die Vermögensverwalter, definieren Grenzen und kontrollieren diese fortlaufend. Die drei zusammen zu bringen war auch nicht ganz trivial.


Hedgeconcept.de: Bleibt die Zusammenstellung immer so?

Johannes Hirsch: Also, wir sind mit der Arbeit bislang sehr zufrieden und es gibt keinen Grund für eine Änderung. Allerdings haben wir in letzter Konsequenz auch die Möglichkeit, Mandate zu entziehen und neu zu verteilen.


Hedgeconcept.de: Wie sehen Ihre Vorstellungen für die Rendite und die maximalen Verluste des Fonds aus?

Johannes Hirsch: Unsere Idee und Zielvorstellung liegt bei ca. 8% p.a. Rendite im Durchschnitt. Derzeit haben wir über 10% pro Jahr im Schnitt seit Fondsstart. Hier konnten wir im Fonds auch gut vom Timing während der starken Schwankungen profitieren. Ich bin allerdings realistisch, daß wir auch mal eine Jahresrendite unterhalb der 8% haben werden. Wir wollen da auch lieber etwas vorsichtiger rangehen.


Hedgeconcept.de: Und die Verlustphasen?

Johannes Hirsch: Wir hatten in der Vergangenheit mal 12%, das ist mir schon ein wenig an die Nieren gegangen. Ziel ist es, Verluste auf 10% zu begrenzen, aber es kann eben auch mal darüber hinaus gehen auf Tagesbasis.


Hedgeconcept.de: Wie sind Sie eigentlich zum Family Office gekommen?

Johannes Hirsch: Ich bin gelernter Banker und Vermögensverwalter. 1997 bin ich an der European Business School mit dem Bereich der ganzheitlichen Beratung des gesamten Vermögens eines Kunden in Berührung gekommen, dem Financial Planning. Und so hat sich dies fortlaufend entwickelt.
In den Jahren konnte ich zwangsläufig über viele Kontakte auch sehr viele Erfahrungen sammeln.


Hedgeconcept.de: Wie sehen Sie die aktuelle Situation an den Finanzmärkten?

Johannes Hirsch: Die Finanzkrise ist noch längst nicht überwunden und die Vermögensverwaltung ist immer noch ein „Ritt auf der Rasierklinge“. Wobei ich da auch den gesunden Menschenverstand vermisse, zum Beispiel beim Erkennen von Blasen. Es wurden damals beispielsweise Papiere mit einem AAA bewertet, die ihrerseits aus Anleihen mit B-Rating bestanden. Das leuchtet jetzt nicht unmittelbar ein (schmunzelt).
Ich meine, da muß einem doch klar sein, dass da irgendetwas aus dem Lot geraten ist.


Hedgeconcept.de: Sind Ratings und die Zahlengläubigkeit schuld?

Johannes Hirsch: Zu einem Teil sicherlich. Auch wir werden nach einer Masse an Kennzahlen gefragt, bei der ich mich schon ab und an frage, wozu das dienen soll. Da werden Daten zusammengetragen, die zur eigentlichen Entscheidungsfindung maximal gering beitragen.


Hedgeconcept.de: Wird aus Ihrer Sicht die Inflation kommen?

Johannes Hirsch: Zunächst mal  gilt es hier zu unterscheiden, was Inflation ist. Der Warenkorb des Statistischen Bundesamtes ist doch willkürlich gewählt und wird genauso verändert. Da ist Manipulation leicht möglich.
Wenn wir uns den Grund für die Finanzkrise anschauen, finden wir aus meiner Sicht die Antwort: Das Wachstum wurde und wird durch die Verschuldung der staatlichen und privaten Haushalte auf Pump finanziert. Bei der Staatsverschuldung will ich von Rückzahlung gar nicht mehr sprechen. Wichtig sind die Ausgaben für Zinsen und wieviel diese prozentual an den Ausgaben des Staatshaushalts ausmachen. Eine nominelle Schuldensenkung ist praktisch unmöglich. So bleibt die reale Senkung, die über Inflation verläuft.


Hedgeconcept.de: In Ihren Unterlagen ist Heiner Brand, der Handballbundestrainer, Ihr „Gesicht“. Wie kam dies?

Johannes Hirsch: Ich habe in meiner Jugend selbst aktiv Handball gespielt, war in der Hamburger Jugendauswahl und habe als Teenager dem Spieler Heiner Brand zugejubelt, als Deutschland 1978 Handballweltmeister wurde. Er ist schon sehr lange ein Idol für mich. Wir haben uns dann persönlich kennen gelernt und dies war von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Ja, und da habe ich einfach mal gefragt, denn mehr als „nein“ kann er ja nicht sagen.
Er verkörpert für mich auch als Mensch durch seine eher zurückhaltende, bodenständige Art auch die Werte, die wir leben. Darüber hinaus hat er ein abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium, kann somit unseren Fonds und sein Konzept wirklich beurteilen. Und er hat lange selbst im Finanzdienstleistungsbereich gearbeitet, seine Versicherungsagentur leitet nun sein Sohn.


Hedgeconcept.de: Wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.

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